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Das bayerische Finale im Streetbasketball in Bamberg
Pressebericht zum Turnier
Erneut stand Bamberg im Blickpunkt der Basketballwelt, diesmal nicht in der Halle, sondern im Freien, bei dem Finale der Streetbasketballtour 2005 des Bayerischen Basketball Verbandes. In 13 Städten Bayerns hatte die Streetbasketballtour Station gemacht und die letzte Station sollte Bamberg sein, wo auch gleichzeitig das Finale ausgetragen werden sollte. Am Vormittag geplant war die Vorausscheidung der Mannschaften aus Bamberg und Umgebung. Neben den Protagonisten aus Bamberg selbst hatten sich zusätzlich einige Teams aus dem Kreis der Teilnehmer für das bayerische Finale angemeldet, um auf dem Pflaster des Maxplatzes einige Bälle gegeneinander auf den Korb zu werfen. In 2 Gruppen traten in der Erwachsenengruppe die Herren gegeneinander an. In der Gruppe A konnten sich die Gäste aus Stauf mit dem Namen Wolfpack vor den lokalrivalen ?Die Geschmeidigen?, dem Team Bamberg-OST und den Stiessen Füchsen durchsetzen. In der Gruppe B behielten daas Team Hoola Hoop vor den PI?s durchsetzen. Die Majestics kamen vor den ?Especials? ein. Im Halbfinale gab es bereits sehenswerte Partien, bei denen sich Wolfpack gegen die PI?s und Hoola Hoop gegen Die Geschmeidigen sich für das Finale qualifizierten. Dort scheiterten Hoola Hoop am späteren bayerischen Meister nur knapp. Dennoch konnten sich 2 Bamberger Teams aufgrund einer Wildcard für das Bayern-Finale qualifizieren.
Im Finale um den begehrten Titel des erstmals ausgespielten Titel des bayerischen Meisters im Streetbasketball traten rund 50 Teams in 10 Altersklassen an. Bei den jüngsten in der Altersklasse U12 männlich konnten das Team ?Goal Getter? und in der Altersklasse U14m das Team ?Gruppe ohne Namen? konkurrenzlos den Sieg erringen. Bei der U14weiblich kamen die BAT Girls vor den Amberg United?s ein. In der U16w setzte sich das Team Spalding vor den Dietfurt Dragons durch. Bei der U16m war nur der Platz hinter dem Meister TSV AllStarz aus Schwandorf umkämpft. Die Banana-Ballers setzten sich vor dem Team Airforce , den Losern und dem Nike Team durch. Das Finale der Damen und Mixed-teams war leider nicht so stark besetzt, so dass die Mixed-Runde mit der Damenrunde zusammengelegt werden mußte. Die Wertung erfolgte allerdings getrennt. In der Mixed-Runde siegte Mixed Change vor Final Destination. Bei den Damen ließen die Gastgeber den Gästen keine Chance. Das Team TTL war den Kontrahenten Desperate Housewives aus Amberg und den Büsketbuls aus Altdorf haushoch überlegen und erwarb den Titel des bayerischen Meisters im Streetbasketball souverän. Bei den Herren qualifizierten sich die Iowa Dreamboys und die Deichmann Mischkassette in der Gruppe A sowie Bad Mama Jama vor Wolfpack in der Gruppe B für die Halbfinals. In den Halbfinals setzten sich die Teams aus der Gruppe B durch. Im Finale trafen also Wolfpack und Bad Mama Jama erneut aufeinander. Hatte in der Vorrunde Bad Mama Jama noch die Oberhand behalten, konnte sich im packenden Finale Wolfpack erst am Ende mit 14:10 durchsetzen.
Interview mit dem Ressortleiter für Breiten- und Freizeitsport des Bayerischen Basketball Verbandes , Karl-Heinz BuschBBV: Herr Busch, wie sind Sie mit der Abschlußveranstaltung der BBV-Tour in Bamberg zufrieden? Busch: Ich bin begeistert, Bamberg hat wieder einmal bewiesen, dass es wirklich Freak-City ist! Nebendran findet Wahlkampf statt, Menschen gehen auf dem Markt zum Einkaufen und mittendrin und nicht nur dabei findet Basketball statt. Dazu noch das historische Ambiente der Domstadt, und mittendrin viel jugendliches Hip-Hop, das ist schon einmalig, nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland. BBV: War das der Grund, warum sind Sie mit dem Finale der bayerischen Streetbasketball-Tour nach Bamberg gekommen sind? Busch: Nein, eigentlich nicht. Wir haben das Angebot von GHP angenommen, das Finale in Bamberg auszutragen, weil GHP-Bamberg sich intensiv darum bemüht hat, unser Finale nach Bamberg zu bekommen. Es standen noch andere Kandidaten zur Wahl. Letztlich hat uns das Gesamtpaket von GHP überzeugt. BBV: Streetbasketball war ein Hype in den 90er Jahren. Viele behaupten, dass diese Variante am absterben ist. Warum engagiert sich der BBV im Streetbasketball? Busch: In den 90er Jahren haben Firmen wie adidas und nike professionelle Tours aufgebaut, um auch eine Marke aufzubauen. Dafür haben Sie erhebliche Mittel investiert und diesen Hype in Deutschland erzeugt. Mittlerweile hat sich eine eigene Kultur des Streetbasketball in Deutschland entwickelt, ähnlich der in den USA. Wie in den USA ist in Deutschland diese Szene außerhalb der Vereine existent. Wir können sie nicht wegleugnen. Interessanterweise sind diese Streetbasketballer auch am Basketball in den Hallen interessiert, sind also potentielle Interessenten für den traditionellen Basketball. BBV: Zum Turnier in Bamberg haben sich relativ wenig lokale Teams gemeldet. Woran liegt das aus ihrer Sicht? Busch: Bamberg und das Umland ist in hohem Maße durchdrungen vom Basketball. Die Jugendlichen und die meisten Erwachsenen arbeiten oft leistungsorientiert und bereiten sich jetzt auf die neue Saison vor. Viele Trainer haben sicherlich ihre Spieler für Vorbereitungen und Traingscamps eingespannt. Die vielen Breitensportler haben sich sicherlich nicht getraut zu melden, denn die Leistungsdichte in Bamberg ist einfach hoch und viele haben sich einfach keine Chance ausgerechnet. Sicherlich hat der Wetterbericht auch einige abgehalten. BBV: Das Wetter hat aber gehalten. Busch: Das war schon sensationell ? Rings um uns in ganz Franken und Bayern herrschte Regen, nur in Bamberg nicht. Erst mit dem letzten Korb, dem Abpfiff des Turniers sozusagen, kamen die ersten Regentropfen. Irgendwie scheint GHP einen guten Draht zum Dom und von dort zu Petrus zu haben. So gesehen war Bamberg auch in dieser Hinsicht eine optimale Wahl. BBV: Wie geht es mit den Streetbasketballern weiter? Busch: Zunächst einmal stehen die Deutschen Meisterschaften im Streetbasketball an. Die Bamberger Teams haben sich für diese Meisterschaften qualifiziert. Die Gewinner dort erwartet eine besondere Überraschung: Eine Reise zum Finale der Streetbasketballer in Rußland. In Bayern arbeiten wir an der Vorbereitung der Tour für das nächste Jahr. Die Tour wird sicher noch größer werden als die diesjährige. Die ersten Bewerbungen liegen uns bereits vor. Daneben arbeite ich daran, die Deutschen Meisterschaften nach Bayern zu bekommen, wobei ich Signale vom DBB erhalten haben, dass Nordbayern sprich Franken ein Wunsch-Standort für diese Meisterschaften wäre. BBV: Gab es schon Ressonanz von den Teilnehmern an dem Turnier in Bamberg? Busch: Ja, die beste Ressonanz war das Engagement der Vereine. Einige haben die Meisterschaften zu einem Vereinsausflug genutzt. Aus Hohenschambach kam ein Bus mit Team und Fans nach Bamberg, auch aus Amberg eine große Delegation. Viele haben die Chance genutzt, den Sport mit einem Sightseeing zu verbinden und die meisten waren begeistert von der Stadt, aber auch von der Veranstaltung an sich, die von den Moderatoren Thorsten Vogt und Christian Rothaug toll begleitet wurde. Die Musik kam auch gut an, das gehört zum Street-Basketball einfach dazu wie der Trash-Talk. BBV: Gibt es etwas, was Sie besonders hervorheben möchten? Busch: Ja, denn das vergessen wir bei unseren Veranstaltungen immer leicht: Im Hintergrund arbeiten sehr viele fleißige Hände, ohne dass diese erwähnt werden. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Bambergern bedanken, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben, dem Management von GHP, der Stadt Bamberg, den Sponsoren und ganz besonders dem Fan-Club von GHP, die uns ganz wertvolle Hilfe geleistet haben. BBV: Ist Ihnen in Bamberg etwas besonders aufgefallen? Busch: Eines ist mir ganz besonders aufgefallen: Es gab einige ältere Herren und Damen, die interessiert stehen geblieben sind und sich die Zeit genommen haben, den Jugendlichen beim Basketball zuzusehen. Das habe ich so bisher nur in Bamberg gesehen. Freak City zeigt auch hier warum es seinen Namen zu recht trägt.
Interview mit dem bayerischen Meister im Streetbasketball dem Team Wolfpack, deren Captain Roland Weigl
BBV: Wer ist Wolfpack und woher kommt ihr? Weigl: Wir sind 3 Basketballer aus Neumarkt und Umgebung und haben noch einen Freund aus Ansbach im Team. Wolfpack ist eigentlich ein College-Team in den USA. Den Namen hat unser ehemaliger Trainer mit nach Woffenbach gebracht und wir haben ihn übernommen. BBV: Ihr seid bayerischer Meister im Streetbasketball, spielt ihr auch im Verein? Weigl: Ja, Tim und Tom Gieritz und ich spielen beim SV Stauf in der Bezirksliga, Michael Hertlein spielt beim TSV Ansbach in der 1. Regionalliga. Im Winter spielen wir in der Halle, im Sommer treffen wir uns auf Freiplätzen in Neumarkt und Nürnberg um Basketball zu spielen. BBV: Was begeistert euch am Streetbasketball? Weigl: Wir spielen einfach gerne Basketball ? in jeder Variante. Im Winter eben in der Halle, im Sommer im Freien. Die Streetbasketballturniere sind eine gute Gelegenheit auch mal gegen andere unbekannte Teams zu spielen. Das macht mehr Spaß als immer gegen die gleichen zu zocken. BBV: Welche Turniere haben euch am besten gefallen? Weigl: Das Turnier und das Finale hier in Bamberg war schon richtig geil. Uns hätte es gefreut, wenn hier noch mehr Bamberger Teams angetreten wären. Die Turniere in Nürnberg und Schwabach, bei denen auch Bundesliga-Spieler in den Teams dabei waren, waren top. Es macht einfach mehr Spaß, wenn wir gute Gegner und harte Spiele haben. Auch das Turnier in Amberg war gut besetzt. Gut organisiert fanden wir auch das Turnier in Hemau. BBV: Ihr habt also an mehreren Turnieren in Bayern teilgenommen? Weigl: Ja, wir waren bei 7 Turnieren dabei. Wir nutzen jede Chance, im Sommer Streetbasketball zu spielen und die Turniere der bayerischen Streetbasketballtour sind dazu eine gute Gelegenheit. BBV: Was macht für euch den Unterschied zum traditionellen Basketball aus? Weigl: Na ja, beim Streetbasketball wird schon härter gespielt, aber nicht unfair. Jeder weiss, dass mehr geschoben wird und wegen einem Schlag auf die Hand nicht gleich ein Foul gegeben wird. Du mußt schon strong sein, um dich durchzusetzen. FT. Und der Trash-Talk? Weigl: Ja das gehört einfach dazu. Manchmal kannst du mit einem lockeren Spruch deinen Gegner aus dem Konzept bringen. Entweder er ist cool und steckt es weg oder du bringst ihn aus dem Konzept und machst den nächsten Move und den Korb. Aber wir beleidigen nie, denn das gibt nur Zoff und das wollen wir nicht, schließlich geht es um den Basketball und nicht darum jemanden runter zu machen. BBV: Was rechnet ihr euch bei den deutschen Meisterschaften aus? Weigl: Wir freuen uns schon darauf, in Salzgitter mitzuspielen. Wie weit wir kommen, mal sehen. Aber das ist eigentlich nicht wirklich wichtig. Interessant ist für uns eher, mal gegen andere Gegner zu spielen und zu sehen, wie Streetbasketball woanders in Deutschland gespielt wird. Klar, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Das ist doch der Sinn von dem Spiel oder?
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Der BBV ist Mitglied im Deutschen Basketball Bund e.V.
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