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Basketball um Mitternacht

Die Wurzeln des Mitternachtsbasketball

Amerikanische Sender berichteten über amerikanische Städte, die trotz leerer Kassen versuchten, Jugendlichen ein attraktives Angebot zu machen, das deren Freizeitverhalten entgegenkam. Die Stadtväter sahen, wie sich nachts Jugendliche auf den Straßen langweilten und manchmal auch auf dumme Gedanken kamen, während die teueren Sporthallen ihrer Städte zur selben Zeit geschlossen waren.

Durch die Öffnung der Sporthallen und einem entsprechenden Angebot wollten sie versuchen, vor allem Jugendliche ohne Schulabschluss, ohne Arbeit und vermeintlich ohne Perspektiven anzusprechen. Als Sportart bot sich vor allem Basketball an, dass auch zur Zeit noch eine hohe Akzeptanz bei den Jugendlichen hat.

Der Erfolg war verblüffend: Es gab keine Randale. Schwarze und Weiße, Jugendliche unterschiedlicher Minderheiten und mit unterschiedlichen Bildung und Ausbildung fanden über den Sport zu einer neuen Gemeinschaft. Der Anfangserfolg in den USA war so überzeugend, so dass sich immer mehr Städte anschlossen. Von diesem Beispiel lernten auch deutsche Städte und so gibt es in vielen deutschen Städten Angebote für Basketball im Mitternacht.

Basketball um Mitternacht in Nürnberg

Ein Projekt der Kinder- und Jugendarbeit (Straßensozialarbeit) im Jugendamt der Stadt Nürnberg

Seit September 1997 existiert das Projekt "Basketball um Mitternacht" in Nürnberg. Die Veranstaltung findet regelmäßig Freitags im 14tägigen Rhythmus jeweils in der Zeit von 23:00 bis 01:30 in der Halle des TSV 1846 Nürnberg statt. Dort treffen sich Jugendliche aus dem gesamten Stadtgebiet Nürnbergs.

Einmal jährlich findet ein großes "Night Event" statt. Dieser Night-Event besteht aus einem Streetbasketball-Turnier, begleitet von einem ansprechenden Rahmenprogramm mit Bistro, Internet-Cafe, Playstation, Tanzeinlagen sowie einem DJ für die musikalische Untermalung, so dass auch Jugendliche, die nicht direkt am Spielgeschehen teilnehmen, Beschäftigung finden können.

Pädagogisches Fachpersonal, Fachkräfte (Übungsleiter und Schiedsrichter aus Vereinen des Bayerischen Basketball Verband) und der Sportverein TSV 1846 Nürnberg arbeiten bei diesem Projekt eng zusammen.

Zielsetzung des Projekts sind:

* Prävention durch Kompetenzerwerb

* Raum für Bewegung schaffen

* Sportangebote für Jugendliche schaffen, 

   die sich nicht an Vereinstrukturen binden lassen

* außergewöhnliche Freizeitgestaltung

* auf veränderte Freizeitbedürfnisse der Jugendlichen eingehen

* Spaß an Sport, Spiel und Wettkampf

* Bewusstseinsförderung durch Kennenlernen der eigenen Stärken und Schwächen

* Stärken von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

* Einüben von Frustrationstoleranz

 

Mitternachts-Streetbasketball-Turnier am 22. Oktober 2004

Basketball um Mitternacht in der Sporthalle des TV 1846 Nürnberg in der Fuggerstraße ist nun fast schon ein traditioneller Treffpunkt für Jugendliche in Nürnberg.

Vor 6 Jahren hatte sich eine Gruppe von Jugendarbeitern in Nürnberg Gedanken gemacht, wie die Kleinkriminalität in der Stadt gerade Freitags Abend vermindert werden kann.

Dann erinnerte sich man an die Situation in New York. Dort hatten Jugendliche sich selbst aus dem "Dreck" gezogen, indem sie in schlechter Umgebung Alternativen im Sportbereich für dich aufgebaut hatten. Basketball-Courts wurden zur Arena für Sozialarbeit und genau dieses Vorbild nahmen die Nürnberger an.

Das diesjährige Turnier stand wie in den Vorjahren unter dem Motto Spaß haben, und weniger unter der Prämisse Leistung und Gewinnen. Die Turnierorganisatoren hatten deshalb im Sinne möglichst viele Spiele für die Jugendlichen zu organisieren.

Insgesamt hatten sich 16 Mannschaften eingefunden, die zunächst in einer Vorrunde in 4 Divisions Nord, Süd, Ost und West mit je 4 Mannschaften die Teilnehmer für die nächste Runde ermittelten.

Die beiden Erstplatzierten aus jeder Gruppe qualifizierten sich für die Hauptrunde. Die beiden Letztplatzierten jeder Division wurden in die Platzierungsrunde einsortiert.

Zwischen den beiden Spielrunden wurde der 3-Punkte-Wettbewerb durchgeführt, der einen eindeutigen Sieger fand:

 

In der Hauptrunde zeigten die Teams einige erstaunliche Leistungen im Zusammenspiel, im Umgang mit dem Ball und auch eine hohe Treffsicherheit.

Die Spiele waren deshalb durchweg enger als in der Vorrunde, wo sich die Teams noch relativ klar durchsetzen konnten. Leider gaben auch hier 2 Teams auf, nachdem sie ihr Auftaktspiel verloren hatten, und zogen es vor, den Rest der Nacht im Bett zu verbringen.

 

Das vorweggenommene Endspiel fand in der Hauptrunde zwischen der Mannschaft Mission Impossible und Kingdingeling statt. Kingdingeling konnte in diesem Spiel durch Distanzwürfe in einem engen und vielbeachtetem Spiel mit 15:14 knapp die Oberhand gewinnen.

 

 

Doch es schien, als ob Kingdingeling in diesem Spiel all ihr Pulver verschossen hätte, denn im Halbfinale fielen die Distanzwürfe nicht so wie gewollt in den Korb und Kenny King siegte gegen den vermeintlichen Finalisten mit 12:10. Mission Impossible setzte sich dahingegen in ihrem Halbfinale deutlich gegen die Black Alien mit 15:8 durch.

 

 Das Finale konnte Mission Impossible in einem sehr fair geführten Spiel vor den letzten wachen und interessierten Zuschauern deutlich mit 15:9 für sich gestalten.

 

 

 

 

Gerade in den Finals zeigte sich der Effekt der Arbeit der letzten Jahre, denn im Vordergrund stand das Miteinander auf dem Platz. Die Referees mussten fast nicht eingreifen, schließlich war nicht die Wertigkeit des Preises entscheidend, sondern die Ehre, den Platz als Sieger zu verlassen. Letztendlich hatten alle Beteiligten das Gefühl, dass die richtige Mannschaft das Finale für dich entschieden hatte.

Damit war das Ziel der Veranstalter des Turniers erreicht: Im sportlichen Wettkampf sollte das Team mit den besten Fähigkeiten das Turnier gewinnen. Natürlich gab es bei dem einen oder anderen Spiel Diskussionen und auch hitzige Duelle, die manchmal nicht nur sportlich ausgetragen wurden. Insgesamt jedoch blieben alle friedlich und vor allem konnten die 3 Mitarbeiter des Jugend-Rot-Kreuz eine geruhsame Nacht verbringen, denn trotz des hohen Einsatzes auf den Spielfeldern blieb das Turnier völlig ohne Blessuren.

 

 

 

 

 

 

Besonders freuten sich die Organisatoren Katja, Hannes und Gunter sowie Turniermanager Karl-Heinz mit den Court Monitors Gerald, Jochen, Markus, Thomas und Mike über das Lob einiger Teilnehmer und den Dank für die Organisation des Turniers.

So wird das Turnier sicher im nächsten Jahr wieder eine Wiederholung finden. In der Zwischenzeit sind die Jugendlichen natürlich wieder gerne gesehen bei den 14-tägigen Spielen beim Basketball um Mitternacht.

Zum Schluss gab es natürlich auch ein paar kleine Preise für die besten Mannschaften.

 

 

Die besten Teams waren:

Black Alien auf Platz 4:

Kingdingeling auf Platz 3:

Kenny Kings auf Platz 2:

Sieger Mission Impossible:

Bild und Text:

Bayerischer Basketball Verband
Ressort Breiten- und Freizeitsport
Karl-Heinz Busch
Florianstrasse 1
92224 Amberg
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